Tools

opencode: Ein MCP-Server reichte für Code-Ausführung auf Windows

Von , Redaktion Intelligenz Welt · mit KI-Unterstützung erstellt, redaktionell verantwortet (so arbeiten wir) · · 3 Min. Lesezeit

Artikel teilen
KI-generierte Illustration: ein freundlicher Roboter am Laptop öffnet ein leuchtendes Login-Fenster in einer Kette aus Links, aus dem ein dunkler Code-Strang in Richtung eines Terminal-Fensters mit grünem Schutzschild und Vorhängeschloss greift
Symbolbild, KI-generiert (Intelligenz Welt). Kein Material von opencode oder Pillar Security.

Die wichtigsten Fakten

Kurz gesagt: Der Coding-Agent opencode hatte unter Windows eine kritische Sicherheitslücke. Laut dem Sicherheitsunternehmen Pillar Security genügte es, den Agenten mit einem manipulierten entfernten MCP-Server zu verbinden, damit beim OAuth-Login beliebiger Code auf dem Entwicklerrechner lief. Der Fehler ist seit opencode 1.18.33 behoben. Weil es keine CVE gibt, schlagen Schwachstellen-Scanner nicht an.

Was ist passiert?

MCP (Model Context Protocol) verbindet KI-Agenten mit externen Werkzeugen und Diensten. Verlangt ein entfernter MCP-Server eine Anmeldung, startet der Client einen OAuth-Ablauf und öffnet im Browser die Login-Seite. Die Adresse dafür, das Feld `authorization_endpoint`, liefert der Server selbst.

Pillar Security beschreibt, dass opencode diese Adresse ohne Prüfung an die Funktion `open()` weiterreichte. Unter Windows startet das npm-Paket `open` dafür PowerShell. In den von opencode verwendeten Versionen (10.1.2) wurde die Adresse dabei nicht maskiert. PowerShell wertet in doppelten Anführungszeichen Ausdrücke der Form `$(...)` aus, und so lief der Code des Angreifers, noch bevor der Browser überhaupt startete.

Wichtig: Laut Pillar braucht der Angriff keine Prompt-Injection und keine installierte Schadsoftware. Der Server muss bei der Einrichtung nicht einmal bösartig gewesen sein. Auch ein später übernommener Server, eine gekaperte Registry-Adresse oder eine abgelaufene Domain könnten den Angriff auslösen.

Wer ist betroffen?

Das Besondere: Kein CVE, kein Hinweis

Der Entwickler Anomaly hat die Lücke laut Pillar im Rahmen einer Code-Bereinigung geschlossen. Weder Pull Request noch Release Notes nennen Sicherheit. In den Release Notes von 1.18.33 steht tatsächlich nur ein Eintrag, dass Fehler beim Start des Browsers für MCP nun gemeldet werden. Eine CVE wurde nicht beantragt, weil Anomaly bösartige MCP-Server laut Pillar außerhalb seines Bedrohungsmodells sieht. Die Folge: Dependabot und ähnliche Werkzeuge warnen nicht. Betroffene Installationen findet nur, wer opencode gezielt inventarisiert.

Das ist Pillars Darstellung. Eine Stellungnahme von Anomaly haben wir nicht gefunden.

Alte Bekannte: dieselbe Fehlerklasse seit 2025

Neu ist die Lücke in opencode, nicht das Muster. Dieselbe Art von Fehler wurde 2025 als CVE-2025-6514 im Werkzeug mcp-remote bekannt: Befehlsinjektion über die `authorization_endpoint`-Adresse eines nicht vertrauenswürdigen MCP-Servers. Pillar nennt zwei weitere CVEs im selben Sommer.

Pillar warnt außerdem vor einer trügerischen Sicherheit: Die gängige Gegenmaßnahme, nur die Schemata http und https zuzulassen, hilft nicht. Die Angriffsadresse ist eine ganz normale https-Adresse. Tatsächlich geschlossen hat die Lücke bei opencode laut Pillar vor allem das Update auf `open` 11.0.4, das die Adresse in einfache Anführungszeichen setzt. In den Releases des open-Pakets ist 11.0.4 als aktuelle Version gelistet; die Maskierung selbst kam laut Pillar mit Version 11.0.0.

Was du jetzt tun kannst

Häufige Fragen

Bin ich betroffen, wenn ich opencode auf dem Mac oder unter Linux nutze?

Nach Pillars Analyse betrifft die Lücke nur Windows und WSL. Auf macOS und Linux wird der Browser ohne Shell gestartet. Aktuell bleiben solltest du trotzdem.

Muss ich den MCP-Server selbst manipuliert haben?

Nein. Es genügt ein entfernter MCP-Server, der in seiner Antwort eine präparierte Login-Adresse liefert. Das kann auch ein zunächst harmloser Server sein, der später kompromittiert wird.

Warum gibt es keine CVE?

Laut Pillar hat der Hersteller Anomaly keine beantragt, weil er bösartige MCP-Server als außerhalb seines Bedrohungsmodells ansieht. Pillar veröffentlichte den Bericht deshalb ohne CVE.

Quellen

  1. Open and Shut: Remote Code Execution in opencode via MCP OAuth (Pillar Security, abgerufen 2026-10-18)
  2. opencode v1.18.33 (Release Notes) (GitHub / anomalyco, abgerufen 2026-10-18)
  3. Releases · sindresorhus/open (GitHub, abgerufen 2026-10-18)
  4. CVE-2025-6514 Detail (NIST National Vulnerability Database, abgerufen 2026-10-18)

Weitere Artikel

Artikel teilen

Transparenzhinweis: Dieser Artikel ist ein redaktioneller Beitrag von Philipp Paulik und entstand mit KI-Unterstützung (Recherche und Textentwurf). Alle Quellen sind unten verlinkt; Zahlen und Aussagen stammen aus diesen Quellen. Das Titelbild ist KI-generiert und im Bild entsprechend gekennzeichnet. Die News-Übersicht auf dieser Seite wird dagegen automatisch aus öffentlichen Feeds aggregiert. So arbeiten wir.